
Transatlantik-Flüge ohne Treibstoffzuschlag: 8 Optionen

Dominik
Transatlantikflüge ohne Treibstoffzuschläge sind bei den meisten Vielfliegerprogrammen Mangelware. Wer über Miles & More, Flying Blue oder den British Airways Executive Club nach Prämienflügen sucht, wird in der Regel mit mehreren hundert Euro Zuzahlungen konfrontiert.
Doch es gibt Ausnahmen. Einige Airlines und Vielfliegerprogramme ermöglichen Business Class Flüge über den Atlantik mit minimalen oder sogar ganz ohne Treibstoffzuschläge. Wer strategisch vorgeht, entgeht der Gebührenfalle effektiv – wie genau das funktioniert und wo die echten Sweetspots liegen, erfährst du in diesem Guide.
Steuern und Gebühren & Treibstoffzuschläge – Was ist das?
Steuern und Gebühren von Flugtickets können ein verwirrendes Thema sein. Das liegt nicht nur am Gesetzgeber, sondern insbesondere auch an den Airlines. Denn neben echten Steuern und Gebühren, wie Flughafengebühren, Sicherheitsgebühren und nationalen Steuern (Beispiel: deutsche Luftverkehrsabgabe), erheben viele Airlines zusätzlich die berühmten Treibstoffzuschläge, die mittlerweile etwas treffender als Airline-Zuschläge oder Carrier imposed surcharges bezeichnet werden.
Was umgangssprachlich oft als Treibstoffzuschlag bezeichnet wird, ist der Teil der Steuern und Gebühren auf einem Prämienticket, der nicht nur von der Airline eingezogen, sondern auch einbehalten wird. Dieser wurde oft zu Zeiten hoher Öl- und Kerosinpreise eingeführt, längst aber nicht von jeder Airline wieder abgeschafft, nachdem die Ölpreise wieder gefallen waren.
Geändert hat sich allein die offizielle Bezeichnung: Aus Treibstoffzuschlägen wurden Carrier imposed surcharges – von der Fluggesellschaft erhobene Gebühren. Bei Miles & More werden sie als Nationaler oder Internationaler Zuschlag bezeichnet. Durch die Aufführung dieser Zuzahlung unter dem Kürzel YQ/YR können diese für den Laien zunächst wie eine echte Steuer wirken, zu deren Einzug die Airline verpflichtet ist. Doch die Einnahmen werden im Gegensatz zu den echten Steuern und Gebühren weder an den Staat noch an Flughäfen o.Ä. abgeführt. Die Einnahmen gehen direkt an die Airline. Grundsätzlich sollten Carrier Imposed Surcharges daher in den Ticketpreis integriert werden.
Für jemanden, der ein Ticket ganz regulär kauft, ist in der Regel natürlich völlig egal, aus welchen Preiskomponenten sich ein Ticket zusammensetzt. Entscheidungsrelevant für den Kauf ist der Gesamtpreis. Wichtig wird es aber für diejenigen, die ein Ticket mit Meilen buchen wollen. Denn der Preis eines Prämientickets setzt sich zusammen aus den erforderlichen Meilen und den zusätzlich erhobenen Steuern und Gebühren. Preislich macht es einen erheblichen Unterschied, ob man nun die Carrier Imposed Surcharges dazu zählt oder nicht – insbesondere wenn diese mehrere hundert Euro hoch sind. Im Endeffekt sind Treibstoffzuschläge eine Stellschraube, die es Airlines ermöglicht den Preis eines Prämientickets zu verteuern – und zwar auf recht intransparente Weise für den Kunden bzw. Vielflieger.
Wer das System dahinter nicht versteht, tappt schnell in die Falle. Genau hier entsteht das Meilen-Paradoxon: Hohe Zuschläge – lohnt sich das?, bei dem ein vermeintliches Schnäppchen durch Zuzahlungen entwertet wird.
Wann müssen Treibstoffzuschläge gezahlt werden und wann nicht?
Ob man Treibstoffzuschläge bzw. Carrier Imposed Surcharges bei der Buchung eines Meilentickets zahlt, hängt im Allgemeinen von zwei Faktoren ab. Erstens: Sind Carrier Imposed Surcharges Bestandteil des Tickets der Airline, mit der man fliegen möchte? Und zweitens: Gibt das Vielfliegerprogramm, mit dem man besagte Airline buchen möchte, diese Zuschläge weiter?
Welche Airlines erheben (keine) Treibstoffzuschläge?
Es gibt eine Handvoll Airlines, die auf eigenen Flügen komplett auf diese Gebührentreiberei verzichten. Prominente Beispiele sind Singapore Airlines oder Avianca. Wer hier bucht, ist auf der sicheren Seite.
Welche Vielfliegerprogramme erheben (keine) Treibstoffzuschläge?
Manche Programme filtern die Zuschläge der Partner-Airlines konsequent heraus. Air Canada Aeroplan oder Alaska Airlines Atmos Rewards verlangen beispielsweise generell keine Airline-Zuschläge, unabhängig davon, was die ausführende Airline eigentlich fordert. Miles & More gibt Treibstoffzuschläge zum Beispiel generell weiter, wenn sie von der Airline, mit der man fliegen möchte, auf einem regulären Ticket erhoben werden. Wer bei Miles & More Steuern und Gebühren vermeiden möchte, muss also Flüge buchen, auf denen von vornherein von der ausführenden Airline kein Treibstoffzuschlag erhoben wird.
Diese Länder untersagen oder begrenzen Treibstoffzuschläge
Zusätzlich schützt oft der Gesetzgeber den Verbraucher. Abflüge aus Ländern wie Brasilien, den Philippinen oder Hongkong sind gesetzlich von Treibstoffzuschlägen befreit – hier zahlt man bei keinem Programm die ungeliebte YQ-Gebühr.
Für alle, die gerade erst in die Materie einsteigen, empfiehlt sich ein Blick auf unseren Guide Luxusreisen für Anfänger, um die Grundlagen von Grund auf zu verstehen.
1. Iberia – Transatlantikflüge mit moderaten Zuschlägen ab Madrid
- Meilen: ab 40.500 Avios (Iberia Plus)
- Zuzahlungen: etwa 50 bis 200 Euro
- Schwierigkeit: einfach
Iberia fliegt zahlreiche Ziele in Nord-, Mittel- und Südamerika an. Zwar erhebt die Airline eigentlich hohe Treibstoffzuschläge, doch werden diese nicht vollständig an Programmteilnehmer des Iberia Plus, British Airways Executive Club und American Airlines AAdvantage weitergegeben. Alaska Airlines Atmos Rewards gibt Airline-Zuschläge generell nicht weiter, sodass Iberia Transatlantikflüge bei allen genannten Programmen niedrige Zuzahlungen aufweisen.
Beispiel: Madrid – Boston (Business Class oneway)
- Iberia Plus: 40.500 Avios + etwa 142 Euro (Nebenreisezeit)
- Iberia Plus: 59.500 Avios + etwa 142 Euro (Hauptreisezeit)
- British Airways Executive Club: 40.500 Avios + etwa 171 Euro (Nebenreisezeit)
- British Airways Executive Club: 59.500 Avios + etwa 171 Euro (Hauptreisezeit)
- American Airlines AAdvantage: 57.500 Meilen + etwa 141 Euro
- Alaska Airlines Atmos Rewards: 45.000 Punkte + etwa 52 Euro
Der Iberia Plus Club bietet eine der besten Möglichkeiten, Prämienflüge über den Atlantik zu buchen. Nicht nur sind die Zuzahlungen niedrig, gleichzeitig sind auch die erforderlichen Avios im Vergleich zu anderen Programmen außergewöhnlich niedrig. Während die benötigten Avios bei Iberia mit steigender Distanz zunehmen, bleiben die Zuzahlungen durchgehend auf einem niedrigen Niveau.
Besonders attraktiv sind Flüge von Madrid an die Ostküste der USA. Ziele wie New York, Boston, Washington oder San Juan fallen in Preisband 5 – sie sind 3.001 bis 4.000 Meilen von Madrid entfernt – und lassen sich von Madrid für nur 40.500 Avios in der Business Class anfliegen. Die 40.500 Avios beziehen sich auf einen Oneway-Flug in der Nebenreisezeit. Doch auch in der Hauptreisezeit können die Flüge mit 59.500 Avios oneway noch attraktiv sein.

Die Iberia Business Class bietet ein grundsolides Produkt mit hervorragenden Einlöseraten. IBERIA
Die Zuschläge bleiben unabhängig von der Flugrichtung vergleichsweise niedrig. Auch auf Flügen von den USA nach Europa fallen in der Regel nur etwas über 100 Euro an Steuern und Gebühren an.
Bewertung: Iberia bietet einen der besten Sweetspots für Transatlantik-Prämienflüge überhaupt. In der Nebenreisezeit sind Business Class Flüge an die US-Ostküste ab 40.500 Avios möglich – bei gleichzeitig niedrigen Zuzahlungen. In Kombination mit guten Verfügbarkeiten und einfacher Buchbarkeit ist Iberia eine der attraktivsten Optionen für Meilensammler.
2. Aer Lingus – Mit Avios über Dublin nach Nordamerika
- Meilen: ab 50.000 Avios
- Zuzahlungen: etwa 150 bis 200 Euro
- Schwierigkeit: niedrig
Aer Lingus kann mit einem umfangreichen Angebot an Nordamerika-Zielen punkten, die von Dublin und vereinzelt Shannon angeflogen werden. Die Airline ist kein Mitglied der Oneworld Allianz, gehört als Teil der International Airlines Group aber zur Avios-Familie. Dadurch lassen sich Aer Lingus Prämienflüge unter anderem über den Aer Lingus AerClub und den British Airways Executive Club buchen. Für Avios-Sammler ist Aer Lingus eine attraktive Alternative zu British Airways, da auf Transatlantikflügen über Dublin deutlich niedrigere Airline-Zuschläge anfallen.
Aer Lingus nutzt wie British Airways und Iberia ein distanzbasiertes Preissystem mit Haupt- und Nebenreisezeit. Die günstigsten Business Class Preise beginnen bei 50.000 Avios oneway für Ziele wie Boston, Chicago, New York und Toronto. In der Hauptreisezeit erhöht sich der Preis auf 60.000 Avios.
- Zone 5: 50.000/60.000 Avios (z.B. Boston, Chicago, New York, Toronto)
- Zone 6: 62.500/75.000 Avios (z.B. Los Angeles, Miami, San Francisco, Seattle)
Beispiel: Dublin – Chicago (Business Class Oneway-Prämienflug)
- Aer Lingus AerClub: 50.000 Avios + etwa 182 Euro (Nebenreisezeit)
- British Airways Executive Club: 50.000 Avios + etwa 182 Euro (Nebenreisezeit)
Für längere Strecken nach Nordamerika, zum Beispiel Los Angeles, Miami, San Francisco oder Seattle, steigt der Preis auf 62.500 Avios in der Nebenreisezeit bzw. 75.000 Avios in der Hauptreisezeit. Ein Flug von Los Angeles nach Dublin kostet beispielsweise 62.500 Avios und etwa 148 Euro Steuern und Gebühren.
Ein praktischer Vorteil von Flügen ab Dublin ist die US Preclearance. Ihr erledigt die Einreiseformalitäten für die USA bereits vor dem Abflug in Irland und kommt in den USA wie ein Inlandspassagier an. Das spart vor Ort massiv Zeit und Nerven.
Bewertung: Aer Lingus ist neben Iberia eine der besten Optionen, um Avios für Transatlantik-Prämienflüge mit niedrigen Zuzahlungen einzulösen. Besonders attraktiv sind Flüge ab Dublin nach Nordamerika. Einschränkungen ergeben sich durch den notwendigen Umstieg in Irland.
3. SAS – Über Kopenhagen in die USA mit sehr niedrigen Zuzahlungen
- Meilen: ab 60.000 Punkte (EuroBonus)
- Zuzahlungen: etwa 100 bis 150 Euro
- Schwierigkeit: mittel
SAS fliegt von ihrem Hub in Kopenhagen und vereinzelt auch von Stockholm und Oslo etwa zehn Ziele in den USA an. Die Airline erhebt auf regulären Tickets zwar Treibstoffzuschläge, das eigene Vielfliegerprogramm EuroBonus gibt diese jedoch nicht an Teilnehmer weiter. Auch das Air France/KLM Flying Blue Programm und das Delta SkyMiles Programm reichen die Treibstoffzuschläge nicht weiter. Dadurch bleiben die Zuzahlungen bei Prämienflügen insbesondere auf Langstrecken vergleichsweise niedrig. Falls du nach dem passenden Meilen-Deal suchst: Schau ab und zu in die Flying Blue Promo Awards Sweetspots, um reduzierte Raten abzugreifen.
Beispiel: Kopenhagen – Boston (Business Class oneway)
- SAS EuroBonus: 60.000 Punkte + etwa 84 Euro
- Air France/KLM Flying Blue: 70.300 Meilen + etwa 104 Euro (dynamisch)
- Delta SkyMiles: 495.000 Meilen + etwa 58 Euro (dynamisch)
Bei EuroBonus gilt, dass alle SAS Langstreckenflüge unabhängig von der Distanz zu einem festen Preis von 60.000 Punkten oneway gebucht werden können. Auf einem Flug von Kopenhagen nach Boston kommen dann zum Beispiel noch 84 Euro Steuern und Gebühren hinzu.
Auch mit einem Zubringer aus Deutschland gilt der Preis von 60.000 Punkten. Allerdings erhöhen sich die Zuzahlungen moderat. Mehr als etwa 100 bis 150 Euro fallen in der Regel jedoch nicht an. Besonders günstig sind Flüge in die Gegenrichtung. Ein SAS Business Class Flug aus den USA nach Deutschland ist über EuroBonus mit unter 50 Euro Zuschlägen buchbar.
Buchungen über Flying Blue unterliegen dagegen dynamischen Preisen. In der Praxis sind etwa 60.000 bis 80.000 Meilen für einen Oneway-Prämienflug realistisch, bei ebenfalls niedrigen Zuzahlungen. Auch über das Delta SkyMiles Programm lassen sich EuroBonus Prämienflüge buchen. Allerdings sind die Preise hier völlig losgelöst von jeglicher Realität und laufen schnell aus dem Ruder. Für Kopenhagen – Boston fanden wir zum Beispiel einen astronomischen Preis von 495.000 Meilen.
Bewertung: SAS gehört zu den besten Optionen für Transatlantik-Prämienflüge mit niedrigen Zuzahlungen innerhalb des SkyTeams. Der feste Punktepreis bei EuroBonus kombiniert mit niedrigen Zuzahlungen macht diese Option besonders attraktiv. Einschränkungen ergeben sich vor allem durch das begrenzte Streckennetz und eingeschränkte Verfügbarkeiten.
4. Singapore Airlines – Frankfurt nach New York ohne Treibstoffzuschläge
- Meilen: ab 60.000 Punkte (Aeroplan)
- Zuzahlungen: etwa 100 bis 200 Euro
- Schwierigkeit: hoch
Singapore Airlines ist eine der wenigen Airlines weltweit, die konsequent keine Treibstoffzuschläge erheben. Dadurch bleiben die Zuzahlungen bei Prämienflügen selbst in der Business Class unabhängig vom verwendeten Vielfliegerprogramm sehr niedrig. Allerdings betreibt die Airline nur eine einzige europäische Transatlantikstrecke als sogenannten Fifth-Freedom-Flug: Frankfurt – New York (JFK).
Zudem ist Singapore Airlines dafür bekannt, nur sehr wenige Verfügbarkeiten für Business und First Class Prämienflüge an Partnerprogramme herauszugeben. Neben dem Singapore Airlines KrisFlyer Programm verbleiben im Wesentlichen Miles & More und Air Canada Aeroplan als realistische Optionen für die Buchung. Während Aeroplan die Online-Buchung ermöglicht, ist eine Buchung über Miles & More in der Regel nur telefonisch möglich.
Beispiel: Frankfurt – New York (Business Class oneway)
- Singapore Airlines KrisFlyer: 89.000 Meilen + etwa 143 Euro
- Miles & More: 62.500 Meilen + etwa 150 Euro
- Air Canada Aeroplan: 60.000 Punkte + etwa 185 Euro
Bucht ihr über das KrisFlyer Programm, kostet euch ein Business Class Flug von Frankfurt nach New York 89.000 KrisFlyer Meilen und 143 Euro Steuern und Gebühren. Die umgekehrte Flugrichtung aus den USA erfordert sogar nur lächerliche 5,60 USD an Zuzahlungen.
Bei Aeroplan ist der gleiche Flug für 60.000 Punkte und 300 CAD (etwa 185 Euro) Steuern und Gebühren online einsehbar. Bucht ihr über Miles & More, müsst ihr 62.500 Miles & More Meilen aufwenden. Wer das Glück hat, hier Verfügbarkeiten zu finden, fliegt extrem günstig.
Bewertung: Singapore Airlines Business Class Prämienflüge zwischen Frankfurt und New York sind ein absoluter Premium-Sweetspot mit minimalen Zuzahlungen und erstklassigem Service an Bord. Aufgrund der extrem eingeschränkten Verfügbarkeiten für Partnerprogramme ist diese Option jedoch nur für sehr flexible Meilensammler praktikabel.
5. Avianca – Flüge ohne Treibstoffzuschläge nach Südamerika
- Meilen: ab etwa 64.000 Meilen (LifeMiles)
- Zuzahlungen: etwa 30 bis 100 Euro
- Schwierigkeit: mittel
Avianca gehört zu den wenigen Airlines weltweit, die grundsätzlich keine Treibstoffzuschläge erheben. Dadurch bleiben die Zuzahlungen bei Prämienflügen unabhängig vom genutzten Vielfliegerprogramm sehr niedrig. Für Flüge zwischen Europa und Südamerika ist Avianca daher eine besonders attraktive Option. Die Airline verbindet mehrere europäische Städte direkt mit Bogotá, darunter Madrid, Barcelona, Paris und London.
Beispiel: Madrid – Bogotá (Business Class oneway)
- Avianca LifeMiles: 63.920 Meilen + etwa 42 Euro
- Miles & More: 80.000 Meilen + etwa 48 Euro
- Singapore Airlines KrisFlyer: 107.500 Meilen + etwa 48 Euro
- Air Canada Aeroplan: 80.000 Punkte + etwa 63 Euro
- United MileagePlus: 90.000 Meilen + etwa 38 Euro
Die attraktivste Einlösung erfolgt in der Regel über das eigene LifeMiles Programm, das einen vergleichsweise niedrigen Meilenpreis mit minimalen Zuzahlungen kombiniert. Auch über Miles & More, Singapore Airlines KrisFlyer, Air Canada Aeroplan und United MileagePlus bleiben die Zuschläge sehr gering, bei leicht höherem Meilenpreis.
Ein Zubringerflug innerhalb Europas, beispielsweise ab Frankfurt, erhöht die Steuern und Gebühren moderat. In der Praxis liegen diese dann meist bei etwas über 150 Euro. Wer also statt in die USA lieber nach Kolumbien oder weiter nach Peru möchte, findet hier eine hervorragende Ausweichroute.
Bewertung: Avianca bietet einen der besten Sweetspots für Prämienflüge ohne Treibstoffzuschläge zwischen Europa und Südamerika. Besonders in Kombination mit LifeMiles ergibt sich ein sehr attraktives Verhältnis aus Meilenpreis und Zuzahlungen. Die Kabinenkonfiguration (oft 2-2-2 oder Herringbone je nach Flugzeugtyp) gewinnt zwar keinen Designpreis, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.
6. Air Europa – Günstige Transatlantikflüge ab Madrid
- Meilen: ab etwa 50.000 Meilen (Flying Blue)
- Zuzahlungen: etwa 30 bis 100 Euro
- Schwierigkeit: mittel
Air Europa ist eine spanische Airline und Mitglied der SkyTeam Allianz. Besonders interessant ist Air Europa für Transatlantikflüge ab Madrid. Air Europa fliegt primär Ziele in Süd- und Mittelamerika an, mit Miami und New York gibt es aber auch zwei nordamerikanische Ziele. Zwar erhebt die Airline auf regulären Tickets Treibstoffzuschläge, diese werden jedoch von Air France/KLM Flying Blue und auch SAS EuroBonus nicht weitergegeben. Dadurch ergeben sich bei Prämienflügen sehr niedrige Zuzahlungen.
Beispiel: Madrid – Medellin (Business Class oneway)
- Air France/KLM Flying Blue: 60.000 Meilen + etwa 38 Euro
- SAS EuroBonus: 228.000 Punkte + etwa 88 Euro
Flying Blue verwendet ein dynamisches Preissystem. In der Praxis sind Preise von etwa 50.000 bis 80.000 Meilen für einen Oneway-Prämienflug in der Business Class möglich. Für einen Business Class Flug von Madrid nach Medellin kommen neben 60.000 Meilen zum Beispiel noch lächerliche 38 Euro Steuern und Gebühren hinzu. Von EuroBonus-Buchungen für Air Europa sollte man aufgrund der absurden Bepreisung (hier im Beispiel 228.000 Punkte) dagegen tunlichst Abstand nehmen.
Bewertung: Air Europa bietet bei Buchung über das Flying Blue Programm einen günstigen Meilenpreis kombiniert mit niedrigen Zuzahlungen. Allerdings sind die Streckenauswahl und Verfügbarkeiten für Ziele in Mittel- und Südamerika deutlich besser als für Nordamerika.
7. LOT – Transatlantikflüge mit moderaten Zuschlägen ab Warschau
- Meilen: ab 62.500 Meilen (Miles & More)
- Zuzahlungen: etwa 30 bis 150 Euro
- Schwierigkeit: niedrig
LOT fliegt ab ihrem Hub in Warschau sieben Ziele in Nordamerika an: New York JFK, New York Newark, Chicago, Miami, San Francisco, Los Angeles und Toronto. LOT gehört zwar nicht zu den Airlines, die komplett auf Treibstoffzuschläge verzichten, erhebt im Vergleich zu anderen Star Alliance Mitgliedern jedoch nur sehr moderate Zuschläge. Dadurch bleiben die Zuzahlungen bei Prämienflügen auf Transatlantikstrecken vergleichsweise niedrig.
Beispiel: Warschau – Chicago (Business Class oneway)
- Miles & More: 62.500 Meilen + etwa 107 Euro
- Singapore Airlines KrisFlyer: 89.500 Meilen + etwa 107 Euro
- Air Canada Aeroplan: 70.000 Punkte + etwa 81 Euro
- United MileagePlus: 88.000 Meilen + etwa 37 Euro

Der Dreamliner von LOT bringt dich mit überschaubaren Gebühren über den Teich. LOT
Besonders interessant ist LOT für Prämienflüge über das Miles & More Programm, da hier ein attraktiver Meilenpreis mit überschaubaren Zuzahlungen kombiniert wird. Für die Strecke Warschau – Chicago sind es zum Beispiel 62.500 Meilen und etwa 107 Euro Steuern und Gebühren. Ein Zubringer ab bspw. Frankfurt erhöht die Zuzahlungen auf etwas über 200 Euro. Auch in der Gegenrichtung bleiben die Zuzahlungen moderat. Ein Flug von Miami nach Warschau ist beispielsweise für 62.500 Miles & More Meilen und etwa 76 Euro buchbar.
Bewertung: LOT ist eine solide Option für Transatlantik-Prämienflüge mit moderaten Zuzahlungen. Das Hard-Product im B787 Dreamliner ist in einer 2-2-2 Konfiguration verbaut – für Alleinreisende nicht perfekt, für Paare absolut in Ordnung.
8. Condor – Günstige Transatlantikflüge ab Frankfurt
- Meilen: ab etwa 45.000 Meilen (JetBlue TrueBlue)
- Zuzahlungen: etwa 10 bis 150 Euro
- Schwierigkeit: mittel
Condor verfügt über ein umfangreiches Streckennetz, das gleichermaßen die großen nord- und mittelamerikanischen Metropolen sowie auch klassische Ferienziele in der Karibik abdeckt. Prämienflüge mit Condor lassen sich über genau drei Partnerprogramme buchen: Alaska Airlines Atmos Rewards, Emirates Skywards und JetBlue TrueBlue. Die Airline erhebt auf Prämienflügen vergleichsweise niedrige Treibstoffzuschläge. In Kombination mit teilweise günstigen Meilenpreisen ergeben sich so interessante Optionen für Transatlantikflüge.
Beispiel: Frankfurt – Toronto (Business Class oneway)
- Alaska Airlines Atmos Rewards: 55.000 Punkte + etwa 146 Euro
- JetBlue TrueBlue: 45.000 Punkte + etwa 135 Euro
- Emirates Skywards: 67.500 Punkte + etwa 128 Euro
Besonders günstig kann eine Buchung über das JetBlue TrueBlue Programm sein. Die Preise für einen Business Class Flug mit Condor über den Atlantik beginnen bei 45.000 Punkten oneway und reichen bis etwa 100.000 Punkte. Die neue A330neo Business Class von Condor hat sich zudem zu einem echten Spitzenprodukt entwickelt, das sich vor der etablierten Konkurrenz nicht verstecken muss.
Bewertung: Condor ist eine interessante Nischenoption für Transatlantik-Prämienflüge mit moderaten Zuzahlungen – und das direkt ab Frankfurt. Aufgrund der Abhängigkeit von in Deutschland weniger verbreiteten Programmen ist diese Option jedoch vor allem für Meilenkäufer oder Amex-Nutzer mit Transferoptionen geeignet.
Transatlantik-Prämienflüge ohne Treibstoffzuschläge – Fazit
Die meisten Transatlantik-Prämienflüge sind mit hohen Treibstoffzuschlägen versehen. Für manche Airlines und Strecken können diese fast 1.000 Euro für einen simplen Return-Flug betragen.
Dank der Flüge von Iberia, SAS, Singapore Airlines, Avianca, LOT, Air Europa und Condor gibt es aber hervorragende Alternativen ohne beziehungsweise mit sehr niedrigen Treibstoffzuschlägen. Wer flexibel ist, den Umweg über ein europäisches Drehkreuz wie Madrid, Dublin oder Warschau nicht scheut und das richtige Vielfliegerprogramm nutzt, spart bares Geld. Amex Membership Rewards Punkte sind hierbei oft der Schlüssel, da sie sich flexibel zu fast allen genannten Programmen (wie Iberia, British Airways, Flying Blue oder SAS) transferieren lassen.
Welche Strategie nutzt du, um den dreistelligen Airline-Zuschlägen auf dem Weg in die USA zu entgehen – nimmst du lieber einen Umweg über Madrid in Kauf oder suchst du akribisch nach Partner-Verfügbarkeiten?

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